Startseite | Fairer Kaffee | Links | Hilfreiche Links | Impressum/Disclaimer

Sakramentshäuschen

Sakramentshäuschen um 1390 - 1400

Restaurierungsinschrift "Anno Domini 1625" über älterer Inschrift; wohl zum Ölbergbild (Innenseite) gehörend. Schmerzensmann auf dem Häuschen um 1390 - 1400 (ohne Bild)

Hier ist der Ursprung des farblichen Dreiklanges zu finden.
Es ist der Regenbogen. Er ist das Zeichen des Alten Bundes, den Gott mit Noah nach der Sintflut geschlossen hat. Darin verspricht sich Gott, die Menschheit nie wieder zu vernichten. MIt diesem Regenbogen wird eine Brücke zwischen Gott und uns Menschen geschlagen. Diese Verbindung soll nie wieder abgebrochen werden.
Die für uns Christen entscheidende Brücke hat Gott durch die Geburt Christi aufgerichtet. Diese Menschwerdung finden Sie durch das kleine Christuskind dargestellt. Es schwebt auf dem Regenbogen zur Maria.
Darüber ist der himmliche Christus in Stein gehauen. Er ist durch den Kreuzesnimus (=Heiligenschein mit roten Kreuzesbalken) gekennzeichnet. Links und rechts neben dem Türchen ist die Verkündigungsszene dargestellt. Es war auch für Maria nicht zu verstehen, warum Gott durch die Geburt ihres Kindes auf die Welt kommen wollte. Der Engel Gabriel musste es ihr erst erklären. Er steht auf der linken Seite und hält einen lateinischen Spruch in der Hand: "Gegrüßet seist du Maria, du Begnadete" (Luk. 1,28).
Engel, das sind nicht irgendwelche Fabelwesen. Engel sind Boten Gottes, "Bote", das ist die Übersetzung von "angelos", dem Ursprung unseres deutschen Wortes "Engel". Engel treten in der Bibel immer dann auf, wenn hinter den alltäglichen Dingen die Wirklichkeit Gottes wahrnehmen. So erkennt Maria erst durch den Engel Gabriel, dass ihre Niederkunft etwas Besonderes sein wird. Auch die Hirten auf dem Feld, die das Christuskind suchen, würden mit unseren Augen nur ein armseliges Kind ein einem Stall wahrnehmen. Sie sehen jedochmehr, weil ihnen die äußeren Umstände erklärt wurden.
So bekommt auch Maria ein neues Veständnis ihrer Lage. Wir erkennen sie an dem Buch, dass sie aufgeschlagen in der Hand hält. Dieses Attribut (=Beigabe) weist darauf hin, dass durch Maria das Wort (=Christus nach Joh. 1) zur Welt kommt.
Neben dem himmlischen Christus, seiner Menschwerdung und der Ankündigung seiner Geburt tritt uns am Sakramentshäuschen auch der gegenwärtige Christus entgegen. Er wird durch die Weintruaben am Türrahmen symbolisiert. Ursprünglich wurde hinter diesen Türen der Abendmahlswein und die Hostien aufbewahrt. Im Wein des Abendmahles gegenet uns Christus. Hier schließt er uns zu einer Gemeinschaft zusammen.
Die Trauen werden von der Weinranke getragen. Schon in der frühen Christenheit wurde die Kirche als Weinranke dargestellt. Sie ist aus der Traue (=Christus) hervorgeganen und trägt ihn wie eine Ranke hinaus in alle Welt.

Von diesem Auftrag, Christus in alle Welt zu tragen, berichtet auch der Taufstein.